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Rubin entdeckt 710 Meter großen Asteroiden mit 1,88-Minuten-Rotation

Das Vera-C.-Rubin-Observatorium hat einen 710 Meter großen Asteroiden identifiziert, der eine Rotation in 1,88 Minuten vollendet. NSF NOIRLab gab das Ergebnis am 7. Januar 2026 bekannt; Grundlage waren Beobachtungen aus der frühen Inbetriebnahmephase des Observatoriums. Die Analyse stellt 19 sehr schnell rotierende Asteroiden und zuverlässige Rotationsperioden für 76 Objekte vor. Die Daten stammen aus etwa zehn Beobachtungsstunden, verteilt auf sieben Nächte im April und Mai 2025, vor dem geplanten Beginn der zehnjährigen Durchmusterung des Südhimmels, dem Legacy Survey of Space and Time (LSST).

Rubin entdeckt einen 710 Meter großen Asteroiden, der sich in 1,88 Minuten dreht
KI-generierte Illustration

Wichtige Daten

  • NSF NOIRLab gab das Ergebnis am 7. Januar 2026 bekannt.
  • Die Daten stammen aus etwa 10 Beobachtungsstunden, verteilt auf sieben Nächte im April und Mai 2025, während Rubins früher Inbetriebnahmephase.
  • Die Studie stellt zuverlässige Rotationsperioden für 76 Asteroiden vor: 16 superrasche und drei ultraschnelle Rotatoren.
  • 2025 MN45 hat einen geschätzten Durchmesser von 710 Metern und vollendet eine Rotation in 1,88 Minuten.
  • Achtzehn der 19 neuen schnellen Rotatoren befinden sich im Hauptgürtel; der verbleibende ist ein erdnahes Objekt.
  • Das Team berechnet, dass 2025 MN45 einen Zusammenhalt vergleichbar mit dem von massivem Gestein bräuchte, um intakt zu bleiben; die Berechnung schätzt die erforderliche Festigkeit und misst seine Zusammensetzung nicht direkt.

Verknüpfte Einträge

Ein Asteroid mit einem Durchmesser von 710 Metern, der eine Rotation in 1,88 Minuten vollendet, gehört zu den sehr schnell rotierenden Objekten, die in den ersten Daten des Vera-C.-Rubin-Observatoriums identifiziert wurden. NSF NOIRLab gab das Ergebnis am 7. Januar 2026 bekannt. Das Team beschreibt das Objekt mit der Bezeichnung 2025 MN45 als den bis dahin entdeckten, am schnellsten rotierenden Asteroiden mit mehr als 500 Metern Durchmesser.

Die Arbeit stellt 19 super- oder ultrarasch rotierende Asteroiden sowie als zuverlässig eingestufte Rotationsperioden für 76 Objekte vor. Die für die Analyse genutzte Beobachtungskampagne umfasste etwa zehn Stunden, verteilt auf sieben Nächte im April und Mai 2025, während Rubins anfänglicher Inbetriebnahmephase. Diese Beobachtungen fanden vor der geplanten zehnjährigen Durchmusterung des Observatoriums statt; die mitgeteilten Ergebnisse stammen daher aus dessen frühesten Beobachtungen.

Rubin und seine Durchmusterung des Südhimmels

Das Vera-C.-Rubin-Observatorium befindet sich auf dem Cerro Pachón in Chile. Es wird gemeinsam von der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF) und dem Office of Science des Energieministeriums (DOE) finanziert. Der Betrieb wird gemeinsam von NSF NOIRLab und dem SLAC National Accelerator Laboratory getragen.

Rubins Hauptmission ist der Legacy Survey of Space and Time (LSST), ein Programm zur wiederholten Beobachtung des Nachthimmels der südlichen Hemisphäre über zehn Jahre. Ziel ist ein umfassendes und detailliertes Protokoll der Veränderungen im Universum. Bei der Bekanntgabe dieser Ergebnisse erklärte NSF NOIRLab, der LSST solle in den folgenden Monaten beginnen; die Beobachtungen der Studie waren zuvor während der frühen Inbetriebnahme durchgeführt worden.

Die LSST-Kamera kann viel Licht einfangen und schnelle, präzise Messungen vornehmen. Laut Mitteilung kann Rubin alle 40 Sekunden ein Bild aufnehmen. Indem sie die Helligkeitsänderungen eines Asteroiden beobachten, können Astronomen seine Rotation untersuchen: Eine hohe Beobachtungsfrequenz hilft dabei, besonders kurze Perioden zu bestimmen.

Asteroiden und ihre Rotationsperioden

Von den 76 Asteroiden mit zuverlässigen Rotationsperioden in der Studie werden 16 als superrasche Rotatoren eingestuft; ihre Perioden reichen von etwa 13 Minuten bis 2,2 Stunden. Drei weitere sind ultraschnelle Rotatoren: Sie vollführen eine Umdrehung in weniger als fünf Minuten. Die 19 Objekte beider Gruppen sind mehr als etwa 90 Meter groß – eine Länge, die in der Mitteilung mit der eines American-Football-Feldes verglichen wird.

Für 2025 MN45 wird der Durchmesser auf 710 Meter und die Rotationsperiode auf 1,88 Minuten geschätzt. Nach Angaben des Teams macht diese Kombination aus Größe und Geschwindigkeit ihn zum bis dahin entdeckten, am schnellsten rotierenden Asteroiden mit mehr als 500 Metern Durchmesser. Die Mitteilung nennt auch weitere Objekte: 2025 MJ71 vollführt eine Rotation in 1,9 Minuten, 2025 MK41 in 3,8 Minuten, 2025 MV71 in 13 Minuten und 2025 MG56 in 16 Minuten.

Die Positionen der Objekte fallen in der Stichprobe auf: 18 der 19 neu entdeckten schnellen Rotatoren befinden sich im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter; der verbleibende ist ein erdnahes Objekt. Asteroiden im Hauptgürtel sind von der Erde aus meist schwerer zu beobachten, weil sie weiter entfernt sind und ihr Licht schwächer ist. NSF NOIRLab führt diese Entdeckungen auf Rubins Fähigkeit zurück, Licht einzufangen und präzise Messungen vorzunehmen.

Was die Rotation über den Aufbau verrät

Die Rotationsgeschwindigkeit eines Asteroiden kann Hinweise auf seine Eigenschaften und seine Entwicklung geben. Eine mögliche, allgemein für Asteroiden vorgeschlagene Erklärung lautet, dass eine frühere Kollision ein Objekt beschleunigt hat und es sich um einen Bruchteil eines größeren Körpers handelt. Die Mitteilung führt die Rotation von 2025 MN45 nicht auf diese Hypothese zurück.

Die Rotation wirft auch eine physikalische Frage auf: Wie viel Festigkeit braucht ein Asteroid, um nicht auseinanderzubrechen? Viele Asteroiden gelten als Schutthaufen – Ansammlungen von Bruchstücken und Gestein, die hauptsächlich durch die Schwerkraft zusammengehalten werden. Für Objekte im Hauptgürtel gibt die Mitteilung 2,2 Stunden als Rotationsgrenze an, die ein solcher Schutthaufen ohne Zerbrechen aushalten kann. Bei einer höheren Rotationsgeschwindigkeit benötigt der Körper genügend strukturelle Festigkeit, um zusammenzuhalten. Laut der Erklärung der Quelle muss das Material umso widerstandsfähiger sein, je größer ein Asteroid ist und je schneller er rotiert.

Das Team berechnet, dass 2025 MN45 eine Kohäsionsfestigkeit vergleichbar mit der von massivem Gestein bräuchte, um intakt zu bleiben. Die Berechnung schätzt die erforderliche Festigkeit anhand seiner Größe und Rotation; sie misst seine Zusammensetzung nicht direkt. Der Vergleich verdeutlicht die physikalischen Anforderungen, die eine so schnelle Rotation bei einem Objekt dieser Größe mit sich bringt.

Was die Studie beiträgt und was vom LSST erwartet wird

NSF NOIRLab berichtete, dass die Studie mit dem Titel „Lightcurves, rotation periods, and colors for Vera C. Rubin Observatory’s first asteroid discoveries“ in The Astrophysical Journal Letters erschienen ist. Die Mitteilung bezeichnete sie als erste veröffentlichte, begutachtete wissenschaftliche Arbeit, die Daten der LSST-Kamera verwendet. Die Ergebnisse wurden als Teil der ersten Rubin-Beobachtungen vorgestellt; nach dem von der Einrichtung genannten Zeitplan sollte die zehnjährige LSST-Durchmusterung im Januar 2026 noch beginnen.

Die anfänglichen, dicht aufeinanderfolgenden und schnellen Beobachtungen ermöglichten es, diese Gruppe von Asteroiden in kurzer Zeit zu entdecken. Für die reguläre Durchmusterung erwartet das Team, dass weiter auseinanderliegende Beobachtungen nach und nach weitere schnelle Rotatoren sichtbar machen, während sich die Daten ansammeln. NSF NOIRLab zufolge könnte dieser künftige Datensatz Informationen über die Festigkeit, Zusammensetzung und Kollisionsgeschichte dieser Körper liefern. Dies ist eine Erwartung an die Entwicklung des LSST und von den Ergebnissen dieser ersten Stichprobe zu unterscheiden.

Der Fall 2025 MN45 verbindet eine konkrete Messung – die Zeit, die ein Asteroid für eine vollständige Umdrehung benötigt – mit Fragen zur Festigkeit kleiner Körper im Sonnensystem. Er zeigt außerdem, wie Rubins wiederholte Beobachtungen zur Erforschung entfernter und lichtschwacher Asteroiden beitragen können. Quelle der Meldung ist die Mitteilung von NSF NOIRLab vom 7. Januar 2026.