Wichtige Daten
- Die NSF gab den offiziellen Beginn des LSST am 30. Juni 2026 bekannt.
- Während der eineinhalbmonatigen Optimierungsdurchmusterungen entdeckte Rubin mehr als 11.000 neue Asteroiden.
- Die vorläufige Zahl umfasst 33 erdnahe Objekte und 380 transneptunische Objekte.
- Rubins Kamera hat 3.200 Megapixel und nimmt alle 40 Sekunden ein Bild auf.
- Das Observatorium erzeugt pro Nacht etwa 10 Terabyte an Daten und bis zu 7 Millionen Warnmeldungen.
- Der LSST wird während seiner zehnjährigen Laufzeit jeden Bereich des Himmels etwa 800-mal beobachten.
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Das Vera-C.-Rubin-Observatorium auf einem Berg in Chile hat mit dem offiziellen Beginn des Legacy Survey of Space and Time (LSST) den entscheidenden Schritt zum wissenschaftlichen Betrieb vollzogen. Die US-amerikanische National Science Foundation (NSF) und das Energieministerium gaben diesen Meilenstein am 30. Juni 2026 bekannt. Damit begann ein Jahrzehnt systematischer Beobachtungen des Südhimmels. Die gemeinsam von NSF NOIRLab und dem SLAC National Accelerator Laboratory des Energieministeriums betriebene Anlage kombiniert ein 8,4-Meter-Teleskop mit der größten Digitalkamera der Welt.
Ergebnisse der Optimierungsphase
Vor Beginn der vollständigen Durchmusterung führte Rubin etwa eineinhalb Monate lang Optimierungsdurchmusterungen durch. In diesem Zeitraum entdeckte das Observatorium mehr als 11.000 zuvor unbekannte Asteroiden. Laut Mitteilung der NSF umfasst diese Zahl 33 erdnahe Objekte und 380 transneptunische Objekte. Diese Zahlen sind ein vorläufiger Beleg dafür, dass das System Körper im Sonnensystem identifizieren und verfolgen kann. Sie stellen nicht das endgültige Inventar dar, das während der zehnjährigen Laufzeit des LSST erwartet wird.
Aufbau und Leistungsfähigkeit der Kamera
Die Kamera des Observatoriums, LSSTCam genannt, hat eine Auflösung von 3.200 Megapixeln und kann etwa alle 40 Sekunden ein neues detailliertes Bild aufnehmen. Dank dieser Geschwindigkeit und Empfindlichkeit kann Rubin als einheitliches System schwache Objekte und kurzlebige Ereignisse mit hoher Beständigkeit entdecken. Wiederholte Beobachtungen sind für die Wissenschaft des LSST entscheidend: Im Laufe des Jahrzehnts wird das Observatorium jeden Bereich des Himmels etwa 800-mal erneut beobachten. So lässt sich die zeitliche Entwicklung astronomischer Quellen untersuchen.
Datenproduktion und Echtzeitwarnungen
Das von Rubin verarbeitete Datenvolumen ist außergewöhnlich. Jede Nacht sammelt das Observatorium etwa 10 Terabyte an Daten und kann bis zu sieben Millionen Warnmeldungen zu Veränderungen am Nachthimmel erzeugen. Diese Warnmeldungen werden an automatisierte Systeme, sogenannte „Alert Brokers“, übermittelt, die die Veränderungen klassifizieren, damit Wissenschaftler schnell reagieren können. Außerdem werden Beobachtungen vorübergehender Phänomene wie Sternexplosionen oder akkretierender Schwarzer Löcher andere Teleskope weltweit auf diese kurzlebigen Ereignisse aufmerksam machen, damit sie weiterverfolgt werden können.
Wissenschaftliche Ziele der zehnjährigen Durchmusterung
Der LSST soll die bislang vollständigste und filmischste Aufzeichnung des Universums erstellen. Zu seinen wissenschaftlichen Zielen zählen die Erforschung der Dunklen Energie und der Dunklen Materie, ein detailliertes Inventar des Sonnensystems und die Kartierung der Milchstraße. Indem Rubin jede Nacht etwa tausend Bilder aufnimmt, erstellt das Observatorium eine Bestandsaufnahme des Sonnensystems, die Millionen Asteroiden und Kometen umfassen wird. Nach Abschluss der Durchmusterung wird der endgültige Datensatz Milliarden von Objekten und Billionen von Messungen enthalten, die über regelmäßige Datenveröffentlichungen zugänglich gemacht werden.
Hintergrund der Startentscheidung
Laut Željko Ivezić, dem Leiter des LSST, fiel die Entscheidung, die Durchmusterung offiziell zu beginnen, nach einer Optimierungsphase des Systems und einer sorgfältigen Betriebsprüfung der technischen Einsatzbereitschaft, der Leistungsfähigkeit des Datensystems und der wissenschaftlichen Validierung. Wichtige Faktoren bei dieser Entscheidung waren Bildqualität, effektive Durchmusterungsgeschwindigkeit, Betriebszeit und Zuverlässigkeit des Systems sowie die Kalibrierungsgenauigkeit. Vorausgegangen waren das Ereignis „Rubin First Look“ im Juni 2025 und der Beginn der Übermittlung von Warnmeldungen im Februar 2026.